Brexit, Banking & die Cloud: Wie geht es weiter?


Dass Grossbritannien die Europäische Union verlässt ist sicher – unsicher ist hingegen, wie der Brexit ablaufen wird und was er für britische Unternehmen bedeutet, die einen Grossteil ihrer Geschäfte in Resteuropa abwickeln. Allen voran die Finanzindustrie, die immer lauter über einen Abzug aus London nachdenkt. Dieser Schritt hat auch Auswirkungen auf die Cloud-Strategie der Banken.               

Viele Banken haben bereits detaillierte Notfallpläne in der Schublade liegen, die vom Worst Case ausgehen. Dieser tritt für Beobachter und Experten dann ein, wenn die Abmachungen von Grossbritannien mit der Europäischen Union für die Zeit nach dem Brexit die so genannte „Passporting“-Regelung nicht mehr beinhalten. „Passporting“ wurde 1993 eingeführt und bedeutet, dass britische Banken, Versicherungen und Asset Manager ihre Services ohne Einschränkung in der ganzen EU anbieten dürfen.

Ein Brexit ohne Passporting bedeutet, dass viele Banken mindestens Teile ihres Geschäfts nach Kontinentaleuropa verlegen, um ihre bestehenden Kunden weiterhin sicher bedienen zu können. Anthony Browne von der British Bankers Association sagt: „Viele kleinere Banken planen schon vor Weihnachten ihre ersten Übersiedlungen; bei den grossen erwarten wir, dass sie im ersten Quartal des nächsten Jahres damit beginnen.“

So ein Schritt stellt auch das Setup für die IT-Infrastruktur der Finanzdienstleister in Frage. Viele Cloud-Provider hatten in den vergangenen Jahren und Monaten verstärkt in Grossbritannien Rechenzentren eröffnet, da die Nachfrage für Cloud-Services vor allem in der Finanzindustrie stark anstieg. Heute führen die vielen ungeklärten Fragen zu den Auswirkungen des Brexit zu grosser Rechtsunsicherheit bei Lösungen vor Ort – und die IT-Verantwortlichen der Banken müssen sichere Enterprise-Cloud-Lösungen in Zentraleuropa evaluieren, am besten in der Nähe der dortigen Finanzzentren wie Frankfurt oder Zürich.

So sind viele in der Branche heute überzeugt: Für viele Banken und Finanzdienstleiser bleibt dieser Weg – etwa die Migration in den sicheren Datenhafen Schweiz – auch langfristig die beste Strategie, um sicherzustellen, dass einerseits ihre Services ausfallsfrei in der Cloud laufen und andererseits die regulatorischen und datenschutzrechtlichen Richtlinien für ihr Geschäft eingehalten werden.

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