DevOps und Banking: Zwei Welten nähern sich einander an


Twitter, Google, Facebook –  alle diese Unternehmen deployen tausende Änderungen an ihrer Software pro Tag und im laufenden Betrieb. Und es sind auch diese Unternehmen, die den Begriff DevOps geprägt haben. Das Kunstwort aus Development und Operations beschreibt Massnahmen, um die Bruchstellen zwischen Anwendungsentwicklung und IT-Betrieb zu überwinden.

DevOps ist die Voraussetzung für Continuous Delivery, agile Weiterentwicklung, schnelle Reaktion und flexible Skalierbarkeit. Damit ist es längst nicht mehr nur ein weiteres geflügeltes Wort aus der Welt der Silicon Valley-Startups, sondern wird immer mehr zum Standard für viele andere Organisationen – auch in der Finanztechnologie, egal ob bei grossen Banken oder beim Börsenhandel.

Auch wenn die Geschäftsfelder nicht vergleichbar sind, müssen sich Anbieter von Internet-Firmen und Fintech-Unternehmen oft sehr ähnlichen Herausforderungen stellen. Google muss 3,5 Milliarden Suchafnragen pro Tag bewältigen – beim Börsenhandel müssen in Spitzenzeiten viele Millionen Transaktionen pro Sekunde verarbeitet werden. Beides wäre ohne maximale Skalierbarkeit nicht möglich.

Daher heuern Banken und FinTech-Unternehmen immer mehr DevOps-Spezialisten an, damit diese Releases automatisieren und Continuous Delivery-Pipelines aufbauen. So sehr sich manche Herausforderungen bei Internet-Firmen und Banken auch ähneln, gibt es doch grundlegende Unterschiede:

  • Laufende Experimente am Verhalten der User, wie sie etwa bei Facebook oder Google an der Tagesordnung sind, können Banken nicht durchführen. Hier ziehen die hohen Sicherheitsstandards und auch regulatorische Anforderungen enge Grenzen.
  • Die Anforderungen an Tests, Security und Release-Zyklen sind bei Banken deutlich aufwändiger als bei einem Internet-Startup.
  • Erprobte Tools und Ansätze für die Interaktion mit mobilen Applikationen sind bei Finanztransaktionen oft nicht anzuwenden, weil Industrie-Standards zum Datenaustausch wie SWIFT, FAST oder FIX sie nicht erlauben.
  • Auch Continuous Deployment, wo Änderungen sofort und automatisch gepusht werden, stösst bei Banken oft an Grenzen, weil diese vorab auf ihre Compliance mit regulatorischen Anforderungen überprüft werden müssen.

Dazu kommt, dass die Finanzindustrie sehr früh und in grossem Masse auf Informationstechnologie für die laufenden Geschäfte gesetzt hat. So sind über die Jahrzehnte viele schwergewichtige Systeme entstanden, die sich allesamt nur bedingt für schnelle un iterative Änderungen eignen.

Trotzdem: So gross die Herausforderungen für DevOps im Banking auch sind – die Vorteile sind zu gross, um sie zu ignorieren. Zu diesem Schluss kommt auch Jim Bird, ein CTO mit langjähriger FinTech-Expertise, der für O’Reilly das kostenlose E-Book „DevOps for Finance“ verfasst hat. Er zeigt darin an Beispielen wie ING und Capital One, wie DevOps-Ansätze von Netflix, Google oder Amazon bereits erfolgreich in der FinTech-Welt implementiert wurden.

Sein Fazit:

„In the financial industry, regulators, compliance, risk managers, and InfoSec are all concerned that business lines and development put speed of delivery ahead of safety, security, and reliability. For us, and for other financial firms, adopting DevOps practices like Continuous Delivery, Infrastructure as Code, and improved collaboration between developers and operations engineers is about reducing operational and technical risks, improving efficiency, and increasing transparency—not just improving time to market. Done this way, the ROI case for DevOps seems clear. An approach to managing IT changes that reduces both time to delivery and operational costs, minimizes technical and operational risks, and at the same time makes compliance happy? That’s a win, win, win.“

E-Book „DevOps for Finance“ (PDF)»

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